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Fachkräftemangel: Wie ist es dazu gekommen und was können wir dagegen tun?

März 28, 2022

Unternehmen überall auf der Welt stehen vor einem ernsthaften – und sich weiter verschärfenden – Problem: einem Fachkräftemangel auf allen Ebenen. Mit Abklingen der Pandemie und der dadurch gestiegenen Nachfrage ist das Problem noch akuter geworden. Der Arbeitsmarkt leidet zudem unter langfristigen strukturellen Problemen, mit hartem Wettbewerb um bestimmte Qualifikationen und Arbeitgebern, die es versäumen, die von den Arbeitskräften gewünschte Flexibilität anzubieten.

In diesem Artikel wollen wir uns mit dem Problem des Fachkräftemangels und den Auswirkungen auf Unternehmen beschäftigen und uns ansehen, was getan werden muss, um diesen Mangel zu lindern.

 

Fachkräfte gesucht: So viele, wie Deutschland Einwohner hat

Eine Umfrage im Jahr 2021, die von dem Personaldienstleister ManpowerGroup durchgeführt wurde, kam zu dem Schluss, dass der globale Fachkräftemangel ein 15-Jahres-Hoch erreicht hat. Dabei erklärten 69 Prozent der Unternehmen, dass sie Schwierigkeiten haben, Mitarbeiter einzustellen, verglichen mit nur 14 Prozent im Jahr 2010.

Das sind alarmierende Zahlen für die Weltwirtschaft, aber wahrscheinlich wird sich das Problem noch verschärfen. Das globale Consultingunternehmen Korn Ferry prognostiziert, dass bis 2030 weltweit 85 Millionen Stellen unbesetzt sein werden – das entspricht der Bevölkerung von Deutschland und könnte dazu führen, das jährliche Umsätze von 8,5 Billionen Dollar nicht realisiert werden können.

Dem Bericht zufolge wird es den Tech-Sektor in den USA besonders hart treffen, für den Umsätze von 162 Milliarden Dollar auf dem Spiel stehen, wenn er es nicht schafft, dem Mangel an Tech-Know-how zu begegnen.

Eine Umfrage von Gartner ergab, dass IT-Führungskräfte das Fachkräftedefizit als größtes „Hindernis für die Durchsetzung von 64 Prozent der neuen Technologien“ betrachten. In anderen Worten: Der Mangel an qualifizierten Mitarbeitern behindert die Fähigkeit, neue Technologien auf den Markt zu bringen. 2020 waren hiervon erst 4 Prozent dieser Technologien bedroht.

Das Problem ist aber nicht auf die USA beschränkt. Das Handelsblatt berichtet, dass in Deutschland bis 2030 allein über eine Million IT-Fachkräfte gesucht werden. Korn Ferry kam zu dem Schluss, dass China 12 Millionen Arbeitskräfte und Indonesien, Japan und Brasilien jeweils 18 Millionen Arbeitskräften fehlen könnten.

Im Vereinigten Königreich bieten Arbeitgeber Berichten zufolge Boni von 2.000 Pfund für die Vertragsunterschrift, um eine Lücke von geschätzten 26.000 fehlenden Saisonarbeitern zu füllen. Das ist fast das Doppelte der 14.000 fehlenden Saisonkräfte aus dem Jahr 2020 und mehr als ein Viertel mehr als 2019.

 

Wie sich Corona auf die Arbeitswelt auswirkt

Wie auf viele andere Lebensbereiche, hatte die Pandemie auch erhebliche Auswirkungen auf die Beschäftigung. Nach dem Ende der Lockdowns nahmen die Unternehmen sehr schnell wieder Fahrt auf, was zu einem plötzlichen Auftragspeak führte. Viele Unternehmen weltweit hatten Schwierigkeiten, dieser Nachfrage gerecht zu werden. Am deutlichsten ist das an den Engpässen in den globalen Lieferketten und dem Umstand zu erkennen, dass die Inflation in der Eurozone auf neue Höchststände gestiegen ist. Angesichts steigender Löhne übersteigt die Nachfrage das Angebot, und die Energiepreise steigen.

Bei genauerem Hinschauen zeigt sich jedoch als weiteres Ergebnis der Pandemie eine Diskrepanz zwischen der von den Arbeitgebern angebotenen Arbeit und dem, was die Mitarbeiter erwarten. Da viele Fachkräfte in den letzten 18 Monaten im Homeoffice gearbeitet haben, glauben 43 Prozent der von Manpower befragten Personen, dass die typische Arbeitswoche mit festen Bürozeiten von 9 bis 17 Uhr überholt ist, und 80 Prozent wünschen sich eine bessere Work-Life-Balance. Demgegenüber erklärten 75 Prozent der befragten Arbeitgeber, dass 50 Prozent der Stellen standortgebunden sein sollen.

Die Stimmung bei den Arbeitnehmern regt die Unternehmen jedoch dazu an, ihre Stellen flexibler zu gestalten. Laut Manpower denken 43 Prozent der Unternehmen darüber nach, flexiblere Arbeitsbeginn- und Feierabendzeiten anzubieten. 37 Prozent denken über die Einführung flexibler/verkürzter Arbeitszeiten nach, 27 Prozent können sich vorstellen ihren Mitarbeitern zu erlauben, einen Teil der Zeit von zu Hause zu arbeiten. Nur 31 Prozent der Unternehmen sagten den Personalvermittlern, dass sie nicht vorhaben, die Flexibilität für ihre Arbeitskräfte zu erhöhen.

 

Fachkompetenz bei externen Mitarbeitern finden

Das Fehlen geeigneter Fachkräfte zur Festanstellung ist der Grund, warum immer mehr Personalverantwortliche auf externe Mitarbeiter zurückgreifen, um die Lücken zu füllen. Eine aktuelle Umfrage unter 800 Führungskräften weltweit kam zu dem Ergebnis, dass 70 Prozent vorhatten, mehr Zeitarbeiter und Auftragnehmer einzusetzen als vor der Pandemie. Am höchsten wurde die Wahrscheinlichkeit eines steigenden Einsatzes externer Mitarbeiter von Managern aus dem Gastgewerbe sowie den Bereichen Lebensmittelversorgung, Gesundheitswesen und Sozialfürsorge eingeschätzt.

Unternehmen, die Auftragnehmer und andere Selbstständige einsetzen, müssen im Umgang mit ihren externen Arbeitskräften genauso sorgsam vorgehen wie bei Festangestellten – wenn nicht sogar noch sorgsamer. Arbeitgeber sind dabei verstärkt auf Partner angewiesen, die Stellen erfolgreich besetzen können. Den Unternehmen ist zu empfehlen, Beziehungen mit den besten Managed Service Providern (MSPs) aufzubauen und bevorzugte Personaldienstleister auf der Grundlage von Leistungen und Vorzugstarifen festzulegen. Die Tarife für Selbstständige sind jedoch zum Teil gestiegen, sodass die Unternehmen gezwungen sein könnten, die Angebotstarife zu erhöhen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

 

Ein VMS kann dabei helfen die Fachkräftelücke zu schließen

Unternehmen, die vorhaben, ihren Fachkräftemangel mit externen Mitarbeitern zu schließen, sollten in eine Technologielösung wie ein Vendor Management System (VMS) investieren. Ein solches System hilft Arbeitgebern, einen Überblick über alle externen Fachkräfte und deren Leistung im Unternehmen zu gewinnen, und hilft die Vorteile flexibler Arbeitskräfte optimal zu nutzen. Es kann Sie außerdem benachrichtigen, wenn Verträge ablaufen oder bestimmte Compliance Grenzen erreicht werden (Höchstüberlassungsdauer, Equal Pay etc.), damit Sie entsprechend reagieren können.

Ein gutes VMS bietet in Echtzeit einen Überblick wettbewerbsfähiger Tarife und vergleicht die Bezahlung für ähnliche Stellen auf dem Markt, sodass Sie wissen, wie viel Sie aktuell bieten müssen, um die von Ihnen benötigte Fachkraft schneller zu erhalten.

Herzstück der Technologie von Beeline ist AI-gestützte Datenanalytik, die Ihnen helfen kann, bessere Personalentscheidungen zu treffen. Neben einem besseren Überblick über Ihre externen Arbeitskräfte bietet sie Ihnen Erkenntnisse, die Sie für das Management von Budgets, zur Kostensenkung und zur Qualitätssicherung der Arbeit einsetzen können.

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